Vor dem Ballwechsel beginnt das Spiel

Der eigentlich Kampf um den Punkt beginnt bereits bevor der Ballwechsel begonnen hat.

Wenn man diese Tatsache unterschätzt unterliegt man dadurch einem großen Nachteil.

Bevor der erste Schläger den Ball berührt gibt es zahlreiche Dinge, die man beachten muss:

  • Wie und wo steht dein Gegner ?:
    Ob beim eigenen Aufschlag, oder bei der Aufschlagannahme: Es kann enorm zum Punktgewinn beitragen, diese Beobachtung nicht zu vernachlässigen.
    Es sollte keine Möglichkeit außer Acht gelassen werden, dass Stellungsspiel deines Gegners zu deinem Vorteil zu nutzen.
    Steht er:
    – zu weit hinten: Besonders kurze Aufschläge können ihn in Verlegenheit bringen.
    – zu nah an der Platte: Hier schaffen selbstverständlich lange (möglichst schnelle) Aufschläge Abhilfe.
    – häufig haben Gegner Probleme mit Aufschlägen auf den Ellenbogen, da man sich intuitiv und sehr schnell zwischen Rückhand und Vorhand entscheiden muss.
    – Offen gelassene Ecken müssen selbst verständlich ausgenutzt un bestraft werden!
  • Man selbst sollte im Gegenzug dem Gegenüber möglichst wenig Angriffsfläche, durch eine ungünstige Positionierung am Tisch, bieten.

Spiel gegen Material-Spieler (Anti)

Tipps zum Spiel gegen Anti-Top Beläge

Die ersten Spiele gegen Anti-Top: Was ist denn hier los ???

Gerade in den ersten Jahren seiner Tischtennisphase lässt viele motivierte Spieler das dumpfe „glock“-Geräusch erzittern. Gleich beim Einspielen merkt man: Hier stimmt etwas nicht.

Und damit hat man ja auch recht. Schließlich verändert der Belag des Gegners die Rotation (Vorwärts- oder Rückwärtsrotation) des Balles. Klingt erst einmal verwirrend und beängstigend. Verstärkt wird diese Angst noch dadurch, dass nicht selten wenn der Gegner mit seinem Anti-Top-Belag in den Ball hineinhackt, also einen offenkundigen Unterschnittball spielt, plötzlich Überschnitt zurückkommt.

Was also tun ? Abhilfe durch Köpfchen…

Dabei übersieht man jedoch, dass der Anti-Top einer der am einfachsten „auszurechnenden“ Beläge dieser Art ist.

Der Anti-Top leistet im weiteren Sinne eine Schnitt-Umkehr.
Grob gesagt bedeutet das:
Unterschnittball -> kommt als Überschnittball zurück
Überschnittball (Top-Spin) -> kommt als Unterschnittball zurück

Deshalb ist es uns möglich taktisch gegen den Gegner vorzugehen. Spielen wir den Material-Spieler gleich zu Beginn mit einem Unterschnitt auf den Anti-Belag so wird der nächste Ball mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit so zurückkommen, dass wir diesen gut angreifen können (sollte der Ball mit mehr Überschnitt zurückkommen als erwartet, müssen wir natürlich mehr nach vorne ziehen).

Ein extrem wichtiger Punkt ist, dass wir uns davon verabschieden müssen, dass die Rotation der Armbewegung des Gegner entspricht:
Reagiert der Anti-Spieler auf einen Unterschnittball mit einer Schupf-Bewegung so muss dieser Ball keineswegs auch ein Schupfball sein:

Also merke: Armbewegung ≠ Rotation

Noch ein weiterer Nachteil eines Anti-Top kommt uns bei unserem Spiel zugute.
Mit ihm ist es dem Gegner nicht möglich eigene Rotation zu erzeugen !
Spielen wir den Anti-Belag also leer an, so kommt dieser auch leer zurück!

Das bedeutet für einen Offensiv-Spieler: Druff un Dewerre !! ; )

 

Ganz einfach ist es Aber dann doch nicht:

Selbstverständlich besitzt auch der Anti-Spieler seine Tücken auf die man gefasst sein muss:

  • Schlägerdrehen: Material-Spieler drehen sehr häufig ihre Schläger während des Spiels der sogar innerhalb eines einzigen Ballwechsels. Wenn du diesen Vorgang übersiehst ist deine Taktik natürlich für die Katz, da in einem Unterschnittball plötzlich wieder Unterschnittball sein kann – unabhängig davon, wie du aufgespielt hast.
  • Anti-Top-Topspin: Mit einem Anti-Belag gespielte Top-Spins können sehr unangenehm sein. Hierbei darf man nicht vergessen, dass der Gegner keinen eigenen Spin erzeugen kann. Trotz furcheinflösender TopSpin-Bewegung sind diese also meist Schnitt-Leer. Es erfordert jedoch stets eine Überwindung diesen Ball nicht gewohnt zu blocken. Tut man dies, landet er höchstwahrscheinlich im Netz…

Aufschläge

Aufschlagtipps

  • es ist unabdingbar sich eine mehr oder weniger große Palette an Aufschlägen anzueignen:
    – so gut der eigene Aufschlag im Moment auch funktionieren (und vielliecht punkten) mag, es wird 100% der Tag (und der Spieler) kommen, der mit diesem ach so tollen Aufschlag spielerisch fertig wird
    -> darauf muss man im Vorfeld gefasst sein, und die Möglichkeit haben flexibel reagieren zu können
    – desweiteren verhindert eine breite Variation der eigenen Aufschläge, dass sich der Gegner auf einen bestimmten Ball „einstellen“ kann
  • es ist von Vorteil mehrere Aufschlagvariationen aus der selben Armbewegung heraus zu beherrschen:
    – so fällt es dem Gegner schwerer deinen Aufschlag im Voraus zu erahnen und zu lesen
  • Aufschläge müssen regelmäßig trainiert werden:
    – jede Woche
    – nicht nur in Spielübungen, sondern auch isoliert (höhere Konzentration, Frequenz etc.)
  • sowohl im Training als auch im Spiel sollten Aufschläge niemals hektisch oder unter Zeitdruck ausgeführt werden:
    Nimm dir Zeit und konzentriere dich.
  • Effektiver Handgelenk-Einsatz ist von großer Bedeutung für einen Aufschlag mit viel Rotation.